Orionnebel_V3
Orionnebel_V3

Orionnebel M42

Der Orionnebel (Messier 42) liegt im Orion-Gürtel und ist eine der nächstgelegenen und aktivsten Sternentstehungsregionen, weshalb er schon mit bloßem Auge sichtbar ist.

Er ist etwa 1.340 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Kurz eingeordnet:

  • Das entspricht rund 410 Parsec

  • oder ungefähr 12,7 Billionen Kilometer

1️⃣ Wie misst man die Entfernung zum Orionnebel?

Die wichtigste Methode heißt Parallaxe:

🔭 Parallaxenmessung

  • Die Erde bewegt sich im Laufe eines Jahres um die Sonne.

  • Dabei scheint sich ein nahes Objekt vor dem Hintergrund weiter entfernter Sterne leicht zu verschieben.

  • Aus diesem winzigen Winkel lässt sich die Entfernung geometrisch berechnen.

👉 Für den Orionnebel wurde das mit extrem präzisen Messungen gemacht, u. a. durch:

  • das Hubble-Weltraumteleskop

  • die Gaia-Mission der ESA

Diese Messungen führten zu dem heute akzeptierten Wert von etwa 1.340 Lichtjahren.

🔎 Ergänzende Methoden

  • Vergleich der Helligkeit bekannter Sterne im Nebel

  • Analyse der Bewegung und Spektren der Sterne

2️⃣ Warum ist der Orionnebel so wichtig?

Der Orionnebel ist ein echtes astronomisches Labor:

⭐ Sternentstehung live

  • Er enthält tausende junge Sterne

  • Einige sind erst wenige hunderttausend Jahre alt

  • Man sieht dort:

    • Gas- und Staubscheiben (Protoplanetenscheiben)

    • Sterne in verschiedenen Entwicklungsstadien

🌍 Hinweis auf unsere eigene Entstehung

  • Unser Sonnensystem ist vermutlich in einer ähnlichen Region entstanden

  • Der Orionnebel hilft zu verstehen:

    • wie Planeten entstehen

    • warum Sterne unterschiedliche Massen haben

👁️ Einzigartig gut sichtbar

  • Einer der nächsten großen Sternentstehungsnebel

  • Schon mit bloßem Auge sichtbar

  • Im Fernglas oder kleinen Teleskop spektakulär

🌑 Was ist das für ein merkwürdiges kugelförmiges Objekt, das man links oben im Orionnebel sieht?

👉 Die „merkwürdige Kugel links“ ist M43, der sogenannte De-Mairan-Nebel.

  • M43 ist ein Teil des Orionnebels, aber durch eine dunkle Staubwolke optisch von M42 getrennt

  • Er wirkt runder und abgeschlossener als der Hauptnebel

  • Die „weggebrochene Schale“ ist keine echte Lücke, sondern eine dichte Staub- und Gasfront, die Licht blockiert

🌑 Warum sieht M43 so kugelförmig aus?

1️⃣ Eigene Beleuchtungsquelle

M43 wird hauptsächlich von NU Orionis beleuchtet, einem heißen jungen Stern im Inneren.

  • Das Gas wird von innen ionisiert

  • Dadurch entsteht eine relativ symmetrische, runde Leuchthülle

2️⃣ Dunkle Staubtrennung

Zwischen M 42 und M 43 liegt ein dichter Staubstreifen:

  • Er schluckt Licht

  • Er erzeugt den Eindruck, als sei die Kugel „aufgeschnitten“

  • In Wirklichkeit liegt das Material vor dem leuchtenden Gas


🔭 Warum fällt M 43 besonders auf Astrofotos auf?

  • Er ist kleiner, homogener und kontrastreicher

  • Weniger chaotisch als M 42

  • Besonders gut sichtbar bei:

    • längeren Belichtungen

    • gutem Dynamikumfang


Infos zum Foto

  • Aufnahmedatum: 10.01.26, ca. 21:00-21:30
  • Aufnahmeort: Berlin
  • Kamera: Dwarf3
  • Anzahl Einzelfotos: 100

Dies ist das erste Astrofoto, das ich mit meinem neuen Dwarf3 gemacht habe 😊.

Natürlich musste es der Orionnebel sein, denn die Wolken haben sich dann doch noch verzogen und ich hatte gute Sicht.

Also: Kamera auf das Stativ montiert und in Richtung des Orionnebels ausgerichtet. Die Einstellungen mit dem Dwarf3 sind Dank der hervorragenden App selbsterklärend:

Deep Space Modus auswählen und im Astrokatalog nach M42 gesucht. Die Kamera führt dann automatisch ein paar Kalibrierungen aus, richtet sich nach dem gewählten Ziel aus und meldet dann „Tracking M42“.

Der Dwarf3 würde jetzt maximal 999 Einzelfotos erstellen, dann ist der Speicher voll. Die Dauer von ca. 4 Stunden wird ebenfalls angezeigt. Für den ersten Test sollten 100 Einzelfotos reichen.

Jetzt nur noch den Auslöse-Button betätigen – und staunen, wie sich nach und nach das Bild vom Orionnebel aufbaut (man kann das prima am Smartphone bzw. Tablet live verfolgen).

Nach jeder Aufnahme zeigt die App, wie viele Fotos aufgenommen wurden und wie viele dabei verwendet werden können (auch das ist vollautomatisch).

Nach 100 Fotos, die verwendet werden können – insgesamt hat der Dwarf3 108 Fotos gemacht – habe ich die Aufnahme manuell beendet.

Nach der Beendigung werden die gemachten Einzelfotos gestackt (also „übereinander gestapelt“). Das passiert ebenfalls in der App, indem man die Einzelfotos in eine Cloud hochlädt und mit Stellar Studios bearbeiten lässt. Das dauert auch nur wenige Augenblicke. Hier lässt sich das „Ergebnis-Foto“ noch manuell anpassen.

Das Ergebnis:

Original Bearbeitet

Fazit:

Mein erstes Deep Sky Foto hat mich total begeistert:

  • der Dwarf 3 macht offensichtlich spektakuläre Astrofotos
  • der Aufwand (Vorbereitung, Aufnahme, Nachbearbeitung) ist minimal
  • die Kosten sind deutlich geringer als mit Teleskop und umgebauter Digitalkamera
  • die eingebauten Filter bringen den Nebel und die Sterne deutlich hervor
  • die App ist intuitiv bedienbar, komplett ausgestattet und somit ausgezeichnet für tolle Ergebnisse geeignet 

 

Sprache...